Amnesty Meppen 1069
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Manahel al-Otaibi,
Saudi-Arabien.
Gefoltert, misshandelt
und isoliert.
Die saudi-arabische Fitness-Influencerin und Feministin Manahel al-Otaibi wurde am 16. November 2022 im Alter von 28 Jahren festgenommen, weil sie über Twitter Frauenrechte in ihrem Land eingefordert und auf Snapchat „unanständige“ Fotos von sich selbst gepostet hatte, auf denen sie nicht das traditionelle Oberkleid Abaya trug.

Ein Sonderstrafgericht verurteilte sie nach geheimer und grob unfairer Verhandlung ohne anwaltlichen Beistand am 9. Januar 2024 wegen „terroristischer Straftaten“ zu elf Jahren Haft.

Manahel al-Otaibi wurde im Gefängnis gefoltert und schwerst misshandelt.

Beim Amnesty-Briefmarathon am Jahresende 2024 forderten Menschen aus aller Welt vergeblich die Freilassung. Statt dessen ließen die saudischen Machthaber Manahel vom 15. Dezember 2024 bis zum 15. März 2025 „verschwinden" – ein perfides Vorgehen, das für eine an geheimem Ort Gefangene besonders hart und gefährlich ist.

Bereits ab November 2023 war Manahel al-Otaibi für fünf Monate Opfer des „Verschwindenlassens“. Danach konnte sie mit ihrer Familie telefonieren und mitteilen, dass sie mit einem gebrochenen Bein in Isolationshaft gehalten werde. Sie sei brutal geschlagen worden und werde nicht ärztlich behandelt.

Manahel leidet an Multipler Sklerose. Auch diesbezüglich wird sie bis heute nicht angemessen versorgt. In einem weiteren Telefonat mit ihrer Familie am 11. Mai 2025 berichtete sie über starke Schmerzen.

Am 21. August 2025 senkte das Berufungsgericht des saudi-arabischen Antiterrorgerichts die Haftstrafe auf fünf Jahre und ein daran anschließendes Reiseverbot.

Unser Appell

Schreibe mit uns an den saudischen Justizminister und fordere Freiheit und Gerechtigkeit für Manahel!


Klicke auf das Briefsymbol und speichere unsere Petition auf deinem Rechner. Die Datei liegt – 24 Kilobyte klein – im rtf-Format vor. Sie lässt sich in jeder Textverarbeitung öffnen.

Füge dem Dokument deinen Namen und deine Anschrift hinzu und trage das Datum ein. Drucke das Blatt aus, unterschreibe – und sende den Brief ab.
Die Portokosten belaufen sich auf 1,25 Euro.


Gegen das Vergessen

In Saudi-Arabien werden Personen, die ihre Rechte auf Meinungs-
und Vereinigungsfreiheit wahrnehmen, willkürlich festgenommen
und inhaftiert. Das Sonderstrafgericht SCC wurde eingerichtet, um „terroristische“ Vergehen nach saudischem Recht zu verhandeln.
Seine Richter verhängen nach grob unfairen Prozessen drakonische Strafen einschließlich der Todesstrafe.

Frauen werden durch Gesetze und im täglichen Leben diskriminiert, zum Beispiel in Bezug auf Heirat, Scheidung, Erbschafts­angelegen­heiten und Sorgerechtsfragen.

Die bestialische Ermordung des Journalisten und Regierungskritikers Jamal Khashoggi durch ein saudisches, nach Istanbul beordertes Spezialkommando erschütterte im Herbst 2018 die Welt­öffentlichkeit.

Am 11. Dezember 2024 sprach der Weltfußballverband FIFA Saudi-Arabien die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer für das Jahr 2034 zu, obwohl die Zahl der Hinrichtungen im Land einen Höchststand erreichte. Zivilgesellschaftliche Organisationen kritisierten die Entscheidung und wiesen zudem auf die Gefahr der Ausbeutung von Arbeitsmigranten, auf mögliche Unterdrückung und Zwangs­räumungen hin. Auch der Deutsche Fußballbund stimmte für die WM in Saudi-Arabien.

Die Zahl der Hinrichtungen stieg im Jahr 2025 prompt auf ein neues Hoch; es sollen mindestens 340 sein.

Todesurteile werden in Saudi-Arabien für eine Vielzahl von Straftaten und unter Umständen ausgesprochen, die gegen das Völkerrecht und internationale Standards verstoßen. Schuldsprüche stützen sich auch auf unter Folter erzwungene „Geständnisse“.





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